Tutanchamun wurde viral

Die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun von Howard Carter im Jahre 1922 war sicherlich eines der spektakulärsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts. „König Tut“ wurde auf anhieb der berühmteste Ägypter. Als er erst 9 Jahre alt war, trat er bereits die Nachfolge als Pharao seines Vaters an und verstarb bereits mit nur 19 Jahren.

Über die Entdeckung des Grabmals im Tal der Könige, wurde in der ganzen Welt berichtet. Zu dieser Zeit wurden die Nachrichten maßgeblich über Zeitungen und in den Kinos veröffentlicht. Die gedruckten Medien bedienten sich aus dem einzig verfügbaren Material, den schwarz-weiß Filmbildern und Fotografien und versorgten so die breite Masse mit tagesaktuellen Informationen.

Medienrummel

Es könnte der Grund gewesen sein, dass ein großer ägyptischer Hype begann und das Grab alle Aspekte von Kunst und Design in den 20er Jahren beeinflusste. Wie sonst wäre es für die Menschen möglich gewesen, diese spektakuläre Entdeckung zu visualisieren? Im Jahre 1924 zeigte das Pariser Folies Bergère Theater eine Inszenierung mit den Titel „Legenden des Nils“ und das der Phantasie keine Grenzen setzte. Straußenfedern waren besonders beliebt und wurden zu allem möglichen kombiniert. Das alte Ägypten beeinflusste auch die Mode. Damen trugen gerne Kleopatra Ohrringe und ein Stirnband. Parfüm wurde in obelisk geformten Flaschen verkauft. Hieroglyphen wurden als Dekoration verwendet.

Die Entdeckung beeinflusste auch die Innenarchitektur. Tische und Stühle wurden wie das Grab geformt, in dem Tutanchamun gefunden wurde. Sogar Lenin wurde seiner Zeit einbalsamiert und mumifiziert.

Carter war empört, als eine New Yorker Modemarke, die alleinigen Rechte des Namens Toet-Anch-Amon kaufte. Der ägyptische Mode-Style sprach nicht nur wohlhabende Leute an, sondern gefiel einfach allen Menschen dieser Zeit. Es wurden sogar Seifenstücke in kleine Sarkophage hergestellt und in Amerika verkaufte man Zitronen die den Namen “King Tut” trugen.

Carnarvon, ein englischer Aristokrat und Finanzier der Entdeckung, verstarb drei Wochen später nach der Entdeckung des Grabes, an einem Moskitostich.

Diese Nachricht widerrum versetzte die Menschen in Sorge, das es einen möglichen Fluch für diejenigen geben könnte, die das Grab des Pharaos stören. Ein dankbares Thema für Hollywood-Mumienfilme und Tintins „Die Zigarren des Pharao“ – Auvents von 1932. Der Hype hat sogar in der grafischen Industrie Spuren hinterlassen. Es gibt eine Schrift namens Egyptienne: eine klassische, schwere Serif Schriftart. Die Geschichte lehrt uns, dass du kein Internet brauchst, um viral zu werden!

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